P001 → RECK//RECK





[ongoing work]
Live Audiovisual Perception Studies

Ausgangspunkt für dieses Projekt ist die audiovisuelle Komposition Dissection of the Segment Assembler, welche in Kollaboration mit Martin Reck (MA elektroakustische Komposition), meinem Bruder, realisiert wurde.

Der Segment Assembler ist ein Software-Instrument, welches von Martin Reck entwickelt wird und Hauptbestandteil seiner kompositorischen-performativen Projekte geworden ist.

Ein Klang, eine Einstellung des Segment Assemblers kann als Preset mit um die 600 Datenpunkten gespeichert werden. Die Presets können wieder aufgerufen werden und die Klänge werden in Echtzeit synthetisiert. So können gleichzeitig mehrere verschiedene Klänge, Presets, Melodien etc. generiert werden. Über diverse Controller - Tablets, Faders, Klaviatur, berührungssensitive Oberflächen - kann in den Syntheseprozess eingegriffen werden.
Die Form einer Komposition, zeitlich sowie klanglich, kann mithilfe von MIDI Clips zur Parametersteuerung im Vorfeld festgelegt werden. Auf generativ-klanglicher Ebene bleibt der performative Zugang erhalten.
Eine Komposition ist infolge dessen, stets in Form einer Datensammlung abstrahiert - eine Art digitale Partitur.

Diese Eigenheit der kompositorisch performativen Praxis meines Bruders, schien uns beiden eine interessante Ausgangslage um eine neue audiovisuelle Arbeit und Arbeitsweise zu konzipieren. Die absolute Abstraktion aller klanglicher Parameter bot die Möglichkeit visuelle und klangliche Syntheseprozesse bereits auf dieser abstrakten Ebene miteinander zu verknüpfen. Der audiovisuelle Output entstand dadurch simultan. Eine Analyse von bereits synthetisiertem Klang oder Bild war für das Stück Dissection of the Segment Assembler nicht nötig.  Somit kann von einer flachen Hirarchie der beiden Generatoren gesprochen werden.
Die so ineinander verschränkten audiovisuellen Syntheseprozesse bezeichnen wir als ein audiovisuelles Instrument.







Neovisuelle Musik - ein Manifest


Wir leben in einer Krise der Aufmerksamkeit.
Audiovisuelle MeditationMeditieren heisst nicht entspannen sondern achtsam sein.
Neovisuelle Musik ist nicht absolute Musik oder absoluter Film sondern absolute audiovisuelle Achtsamkeit.




Wir leben in einer Zeit der Einsamkeit.
Die audiovisuelle Beziehung ist das Medium Absolute Achtsamkeit bezüglich den Beziehungen zwischen Bild, Klang und dem Menschen.
Neue audiovisuelle Beziehungen sind neue Physik. Neue Physik schafft neue, alternative audiovisuelle
Welten. Neovisuelle Musik klingt in diesen Welten.




Wir leben in einer Zeit der Beschleunigung.
Das audiovisuelle Instrument ist das Mittel Alle audiovisuellen Werkzeuge können zu einem Instrument werden.
Das audiovisuelle Instrument ist das Tor zu neuen audiovisuellen Welten.

Baue ein Instrument und schenke ihm eine Zeit lang Vertrauen.
Innovation ist keine Intention - Stell dir vor dein Instrument wäre 10 Jahre alt.. nicht neu und nicht retro.
Ein perfektes System - eine absolut harmonische Beziehung gibt es nicht.
Menschliche Spuren und Emotionen sind das konkrete Salz in der abstrakten Suppe.





Wir leben entwurzelt.
Tiefe Synchronisation …ist Synchronisation zwischen mehr Qualitäten der Wahrnehmung als nur der Zeit.
…ist Synchronisation unter Berücksichtigung natürlicher audiovisueller Korrespondenzen.
…ist Synchronisation auf formaler und konzeptueller Ebene.

Sicht- und Hörbarkeit dieser Tiefe ist audiovisuelle Achtsamkeit - ist neovisuelle Musik.




Wir leben in Angst.
Spiele Hierarchien, spiele BeziehungenAudiovisuelle Balance ist nicht eine Frage der Statik sondern der Bewegung.

Manifest der gemeinsamen  künstlerischen Praxis aus Master Thesis - “Audiovisuell Komponieren - Perspektiven neovisueller Musik”  von Martin Reck












Context:
Neovisual Music Composition & Performance M. Reck & J. Reck

Date:
Ongoing Project
Perfromance 2024 @ Lange Nacht ZHdK

Title:
Dissection of the Segment Assembler

Credits
Concept: M.Reck & J.Reck
Research: M.Reck & J.Reck
Visual: J.Reck
Sound: M.Reck
Programming Max: M. Reck
Programming TD: J.Reck