P007 → Sexploration







Unravel the Variety of Sexuality

«Sexploration» is an interactive, sensory installation that delves into the complexity of sexuality by utilising a collection of materials associated with sexual experiences. Through a playful approach, visitors can engage with personal stories on an emotional level, advancing empathy and understanding. By integrating sensory stimuli intimately tied to the narratives, we create an immersive experience that encourages self-awareness and fosters open-mindedness. As visitors explore these, interplay between materials, stimuli and personal stories, they gain a deeper understanding of the impact societal norms have on us, ultimately leading to more inclusive conversations and reflections on this essential aspect of human life.








01 – Lack Kunstleder
Geschichte

Familie hat bei mir einen hohen Stellenwert. Mein Mann und ich sind seit wir achtzehn sind ein Paar, 20 Jahre ist das nun her. Ich wollte schon immer Mutter sein und bin mit drei wunderbaren Kindern gesegnet. Ich frage mich seit zwanzig jahren, warum gewissen Menschen ein grösserers Bedürfniss für Sex haben, und manche weniger. Wie soll man das in einer Partnerschaft handhaben, damit sich niemand vernachlässigt fühlt? Wie geht man damit um, wenn sich das eigene Körperbild verändert und man geprägt ist vom Bild, wie es in Pornos und Filmen dargestellt wird?

Mir ist klar, dass sich mein Körper nach 3 Schwangerschaften verändert und dass all diese Körper in den Pornos nicht der Realität entsprechen. In der Pornoindustrie werden extreme Situationen präsentiert. Mehr noch, diese extremen Situationen werden oft von Männern eingenommen.

Ich beginne, ein Gefühl von Druck zu verspüren, als ob ich einem gewissen Standard in Bezug auf Sexpositionen, Praktiken und das Aussehen meines Körpers gerecht werden muss, was völlig unrealistisch ist. Ich denke an meine Beziehung zu meinem Mann und daran, dass er oft sehr dominant und temperamentvoll ist. Das hat mich jahrelang beschäftigt, weil ich das Gefühl habe, dass er starke sexuelle Bedürfnisse
hat und ich weniger bis gar keine.

Vielleicht fühle ich mich in meinem Körper einfach nicht mehr so wohl wie mit 18 und kann mich deshalb nicht völlig gehen lassen. Ich denke darüber nach, wie ich das in meiner Beziehung ansprechen soll, damit sich niemand vernachlässigt fühlt. Soll ich einfach so tun, als ob ich Lust habe, auch wenn es nicht so ist? Ich überwinde mich und spreche eine Freundin auf das Thema an und stelle fest, dass es vielen anderen Paaren genauso geht. Die eine Person wollte ständig Sex haben, die andere nicht.

Ich bin mit diesem Problem nicht alleine und fange an, mehr auf die Botschaften zu achten, die die Medien, Pornos und Filme über Sex und wie er sein sollte, verbreiteten. Mir fällt auf, dass Sex oft als etwas dargestellt wird, das dem Mann zum Vorteil und Vergnügen dient und nicht der Frau. Ich sehe, dass von Frauen oft erwartet wird, dass sie ihre Partner befriedigen, und dass Sex als etwas angesehen wird, das auf eine bestimmte Art und Weise zu tun war. Der weibliche Körper wird oft objektiviert und übermäßig sexualisiert, was sowohl für Männer als auch für Frauen unrealistische Erwartungen weckt.

Sich mit der eigenen Sexualität auseinanderzusetzen bedeutet für mich, Unterstützung und Ermutigung bei meinen Freundinnen zu suchen. Mir hilft es, meine eigenen Erfahrungen und Perspektiven zu teilen und dadurch andere wertvolle Einblicke und Ratschläge zu bekommen. Ich bin auf diesem Weg nicht allein. Viele Frauen müssen sich ähnlichen Herausforderungen in ihrem Intimleben stellen. Wir sind zwar sehr stark von Medien und Gesellschaft beeinflusst, trotzdem haben wir die Kontrolle darüber, wie wir auf diesen Einfluss reagieren. Was ist meine Haltung? Meine sexuelle
Geschichte? Sexualität ist sehr individuell. Wir haben alle die Macht, unsere eigenen Entscheidungen über unsere Sexualität zu treffen und die Art von sexuellen Beziehungen zu gestalten, die wir wollen. Mit offener Kommunikation und viel Selbsterforschung kann ich das erreichen und diese Erkenntnisse kann ich wieder in meine Ehe einfließen lassen.
01 – Lack Kunstleder
Material

Tief verwurzelt in der Kultur und Geschichte, verbinde ich mit Leder Assoziationen von Stärke und Macht.
Die Strapazierfähigkeit, die Langlebigkeit, die Widerstandsfähigkeit.

Trotzdem so geschmeidig, weich, glänzend, fluide.
Es verbindet die Spannung zwischen dem Verborgenen und dem Sichtbaren, dem Verbotenen und dem Erlaubten. Eine Hülle.

Bei der ersten Berührung glatt und kühl, doch bald darauf geschmeidig und warm.

Dunkel. Verführerisch. Elegant.

Das Material diktiert, wie weit man sich ausdehnen kann.
Ein Tanz zwischen Festigkeit und Flexibilität, zwischen Hingabe und Kontrolle.

Es glänzt, spiegelt das Licht.

Glatte, polierte Oberfläche - mal glänzend, mal matt.
Auf nackter Haut. Auf Kleidung.

Verkörpert sowohl Verführung als auch Selbstbewusstsein.
Es passt sich an, umhüllt wie eine zweite Haut.
Das Motiv von ineinander verfließen.

Ein Material, das sowohl Schutz als auch Freiheit bietet.
Eine Einladung, sich selbst neu zu erfinden und die Grenzen des Möglichen zu erforschen.





Context:
Diploma Project E. Bonorva & J. Reck
BA Interaction Design ZHdK

Date:
Spring Semester 2023

Mentors:
Dr. phil. Björn Franke & Luke Franzke

Credits:
Concept: E.Bonorva & J.Reck
Research: E.Bonorva & J.Reck
Visual Communication: E.Bonorva
Camera: E.Bonorva & J.Reck
Cut: E. Bonorva
Sound: J.Reck
Vibration: J. Reck & M. Reck
Mechanical Engineering: J.Reck
Programming: J.Reck
Manufacturing: E.Bonorva & J.Reck
Thesis: E.Bonorva & J.Reck